INTERVIEW MIT ROLF SENTI,
FIRMENGRÜNDER BAGNO SASSO AG


Badewannen bestehen üblicherweise aus Kunststoffen wie Acryl oder aus Stahl. Warum bauen Sie Badewannen aus Holz?

Grundsätzlich haben mich Naturstoffe wie Holz schon immer inspiriert. Holz hat eine außergewöhnliche Haptik, Optik und fühlt sich einfach gut an. Badewannen aus Holz sorgen für eine gute Atmosphäre im Raum, strahlen Wärme aus. Dieser Aspekt ist gerade in der modernen Architektur wichtig, wo viel Naturstein und Beton verwendet wird. Frauen haben ja oft kalte Füße, kalte Hände (lacht), da fühlen sie sich dann in einer Holzbadewanne richtig wohl (lacht). Und die Optik …



… ist für Sie als Produzent von extravaganten Lounge-Bädern von elementarer Bedeutung!?

Sicher! Mit einer Holzbadewanne kann man auch Gefühle ausdrücken – beispielsweise ist unserer „Holzbademuschel“ schon ein sehr gefühlvolles Element im Badezimmer. Man muss nicht unbedingt jeden Tag darin baden, man kann auch Freude daran haben, sich die Wanne einfach anzuschauen. Unsere Holzbadewannen sind Kunstobjekte, in mühevoller Handarbeit gemacht, mit sehr viel Liebe zum Detail. Jede Wanne ist ein Unikat, exakt entsprechend der Wünsche des Kunden angefertigt. So bekommt jeder Kunde seine Traumwanne.



Also früher war doch eine Badewanne ein reiner Gebrauchsgegenstand. Bei Badewanne hat doch keiner an Wohlführen, an Freude gedacht. Offensichtlich haben sich die Einstellungen, die Ansprüche an Badewannen gewandelt?

Dies ist garantiert so, dass man heute ganz andere Ansprüche an Badewannen stellt, als früher vor dreißig oder vierzig Jahren. Ich denke vor fünfzehn oder zwanzig Jahren hat eine Evolution in Bad begonnen. Design, Optik spielen seither eine wesentlich größere Rolle. Gefragt sind Badewannen, jenseits der bekannten Formen und Materialien. Und wir waren hier Pioniere. Wir haben getüftelt und versucht Produkte auf den Markt zu bringen, die so bisher nicht bekannt waren …



… und dies ist Ihnen erfolgreich gelungen.

Dies war die einzige Überlebenschance für uns als kleines Unternehmen. Wenn man anfängt ist der Wettbewerb dermaßen groß, dass man viel kreativer und innovativer sein muss als die Konkurrenz um zu überleben. Aber es gibt keine Zufälle im Leben (lacht). Man muss einfach schauen, dass man eine Nische findet, in der man erfolgreich sein kann.





Noch mal zurück zum Werkstoff Holz. Was fasziniert sie an Holz, an Furnier?

Das Faszinierende? Man kann mit dem Werkstoff Holz fast alles bauen … man könnte ein Auto bauen, ein Fahrrad oder eben Holzbadewannen. Für den Werkstoff Holz gibt es fast keine Grenzen. Furnier ist ja ganz dünn geschnittenes Holz, das sich ideal für die Produktion von Badewannen eignet, weil es sich gut biegen lässt und so auch für extreme Radien verwendet werden kann…, aber wer weiß, vielleicht produziere ich in paar Jahren Fahrräder aus Holz oder ganz was anderes.



Aber es hat schon einen Grund, warum sie Badewannen und nicht andere Einrichtungsgegenstände aus Holz produzieren? Wie ist ihr persönliches Verhältnis zur Wanne?

Eigentlich darf ich es gar nicht sagen, aber ich bin nicht wirklich ein „Bader“, sondern ein „Duscher“. Aber wenn ich bade, dann nehme ich auch eine Flasche Wein mit ins Bad und entspanne mich dann in der Wanne, mach mir Gedanken über meine Zukunft, mein Leben, was man noch machen könnte. Insbesondere wenn das Wetter schlecht ist, ist es doch schön, wenn man nicht raus muss, sondern zuhause eine Wellnessanlage hat, wo man sich wohlfühlt und Kraft tanken kann für den Tag.



Und diese Einstellung zum Badezimmer teilen offensichtlich immer mehr Menschen. Wer sind den eigentlich ihre Kunden? Gibt es einen typischen Kunden?

Nein, es gibt keinen typischen Kunden. Unsere Kunden finden sich weltweit. Gegenwärtig liefern wir sechzig Prozent unserer Produkte ins Ausland, vor allem in den Mittleren Osten, in die arabischen Länder. Wir haben auch schon Holzbadewannen nach Dubai geliefert, wo wir das Furnier vorher ausgebleicht haben, damit die Badewanne dem in Dubai vorherrschenden Farbton weiß entspricht und dennoch die Struktur des Holzes erkennbar bleibt.



Nicht alle Holzbadewannen werden von Ihnen in Eigenregie produziert. Teilweise werden ihre Designidee, von „Anderen“ umgesetzt. Wie finden Sie den geeigneten Produzenten? Was ist Ihnen bei der Zusammenarbeit besonders wichtig?

Ja, dies ist in der Tat sehr schwierig, deshalb ist dies Mittlerweile eine meiner Hauptaufgaben. Wenn wir Produkte designt haben, dann suchen wir nach dem passenden Hersteller, dabei greifen wir auf ein großes Netzwerk zurück, welches über Jahre gewachsen ist. Die wichtigste Vorrausetzung für die Zusammenarbeit ist Vertrauen. Wichtig im Produktionsprozess ist auch, dass man sich regelmäßig über die Umsetzung der Ideen austauscht.



Apropos Ideen. Wo haben Sie die besten Einfälle für neue Produkte?

Im Flugzeug habe ich meistens die besten Ideen, weil ich hier Zeit habe zum Abspannen, hier stören mich keine Telefonanrufe. Deshalb hoffe ich auch, dass Telefonieren niemals im Flugzeug erlaubt sein wird (lacht).



… also nicht, wenn Sie im Schaumbad liegen?

Nein, dort höre ich gern Musik. Und manchmal ist man auch zu zweit im Bad und dann hat man vielleicht andere Ideen … (lacht).



WOHLFÜHLEN IM DESIGNERBAD

TSCHÜSS NASSZELLE - ROLF SENTI GESTALTET PREISGEKRÖNTE BADEWANNEN AUS FURNIER.


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